FAQ
Fragen…?

Wann ist ein Konflikt eigentlich ein Konflikt?
Ein Konflikt entsteht, wenn unterschiedliche Sichtweisen mit Emotionen verbunden sind. Kritisch wird er, wenn er die Zusammenarbeit oder das Zusammenleben belastet und persönliche Differenzen hinter scheinbaren Sachthemen ausgetragen werden.
Was sind die Voraussetzungen, um eine Mediation durchzuführen?
Mediation basiert auf Freiwilligkeit. Beide Parteien – egal ob Personen oder Personengruppen – müssen diesen Weg gemeinsam gehen wollen. Ist eine Partei dazu nicht bereit, bieten sich Konfliktberatung und -coaching an. Und Mediation kann nur gelingen, wenn die Mediatorin oder der Mediator überparteilich und neutral moderiert. Daneben gibt es noch weitere Voraussetzungen, die mit den Parteien im Vorfeld im Einvernehmen geregelt werden, z.B. Vertraulichkeit.
Wie kann ich mir eine Mediation vorstellen?
Ein Mediationsprozess verläuft in mehreren aufeinander aufbauenden Schritten. Zunächst wird das Verfahren vorgestellt und gemeinsam werden Regeln für den weiteren Ablauf vereinbart. Im nächsten Schritt benennen die Beteiligten ihre Konfliktthemen und klären, welche Interessen und Bedürfnisse dahinterstehen. Anschließend werden gemeinsame Lösungen entwickelt und besprochen. Zum Abschluss halten die Beteiligten die vereinbarten Lösungen verbindlich in einer Vereinbarung fest. Meine Aufgabe besteht darin, die einzelnen Prozessschritte zu begleiten und die Konfliktparteien zu unterstützen. Das Ergebnis, die Vereinbarung, ist das Ergebnis der Konfliktparteien (nicht der Mediatorin).
Gibt es eine Beschränkung hinsichtlich Themen?
Nein, Konflikte tauchen in allen Themenbereichen des Lebens auf.
Kann eine Mediation ein Gerichtsurteil ersetzen?
Nein, auf gar keinen Fall. Eine Mediation sollte aber auf jeden Fall VOR dem Gang zum Gericht in Erwägung gezogen werden. Dafür sprechen mehrere Gründe:
Kosten: Die Kosten sind sehr viel geringer.
Gewinner/Verlierer: Bei einer erfolgreichen Mediation gibt es keine klassischen Gewinner und Verlierer.
Nachhaltig: Wirkt auch über den Streit hinaus. Schon alleine durch den Prozess der Mediation wächst in der Regel das Verständnis der Konfliktparteien zueinander und erleichtert im Weiteren die Zusammenarbeit.
Wie lange dauert eine Mediation?
Das hängt in erster Linie von der Bereitschaft zur einvernehmlichen Konfliktlösung der Parteien ab. Darüber hinaus spielen aber auch die Anzahl der Personen, die in diesem Konflikt involviert sind, eine Rolle, und welche Komplexität der Fall hat. Meistens ist eine Mediation nach 3-6 Sitzungen (1,5 h bis 3 h) beendet. Sollte dies nicht der Fall sein, muss über die Sinnhaftigkeit weiterer Termine und Erfolgsaussichten gesprochen werden. Grundsätzlich ist es mein Bestreben – auch im Interesse meiner Mandanten – die Anzahl der Sitzungen auf ein Minimum zu begrenzen.
Ist eine Online-Mediation möglich?
Grundsätzlich ist eine Mediation vor Ort, in Präsenz, die bessere Wahl. Hier kann man in einem geschützten Raum arbeiten und bekommt alle Reaktionen der Beteiligten unmittelbar mit. Allerdings sind auch Sitzungen im Online-Format denkbar, aber nur nach vorherigen Präsenzsitzungen und wenn alle Beteiligten dies wünschen.
Führt eine Mediation IMMER zum Erfolg?
Nein, leider nicht. Aber die Voraussetzungen sind sehr gut, wenn die Konfliktparteien eine einvernehmliche Lösung wirklich wollen. Falls das nicht der Fall ist, wird das meist in den ersten Sitzungen schon deutlich. Falls es dann dabei bleibt, behalte ich mir einen Abbruch der Mediation vor.
Arbeitest Du alleine, oder hast Du Partner:innen?
Ab einer Anzahl von acht Personen oder drei unterschiedlichen Parteien, ist es sinnvoll, in einem Mediator:innen-Team zu arbeiten. Je mehr Personen an einer Mediation teilnehmen, desto disziplinierter muss die Vorgehensweise sein. In diesem Fall arbeite ich mit einem Netzwerk weiterer Mediator:innen zusammen.
Was bringt mir eine Konfliktberatung?
Im Gegensatz zur Mediation ist die Konfliktberatung ein 1:1-Verhältnis. Hier sehe ich meine Aufgabe nicht in der Neutralität. Ganz im Gegenteil bin ich parteiisch, reflektiere Verhaltensmuster und bereite meine:n Mandanten/Mandantin auf die anstehenden nächsten Schritte vor.
Was können Gründe für eine Konfliktberatung sein und wie funktioniert sie?
Es gibt viele Gründe für eine Konfliktberatung. Ein akuter Konflikt, bei dem eine Mediation nicht möglich ist. Wiederkehrende Konfliktsituationen, die Sie besser verstehen und verändern möchten. Oder ein schwieriges Thema im privaten oder beruflichen Umfeld, bei dem Sie Ihre eigenen Interessen und Standpunkte klar vertreten möchten.
In der Beratung betrachte ich mit den Klienten wiederkehrende Verhaltens- und Konfliktmuster, persönliche Triggerpunkte und mögliche Fallstricke. Gemeinsam entwickeln wir individuelle Strategien, mit denen sie schwierige Situationen frühzeitig erkennen, eigene Grenzen und Standpunkte klar ansprechen und souverän handeln können.
Ziel ist es, mehr Klarheit über das eigene Vorgehen zu gewinnen und Konflikten mit mehr Sicherheit und Selbstvertrauen zu begegnen.
Wie teuer ist eine Konfliktberatung oder eine Mediation? Lohnt sich das überhaupt?
Konflikte kosten immer. Im beruflichen Kontext zeigt eine Studie aus dem Jahr 2009 der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, dass Konflikte in vielen Unternehmen jährlich mehrstellige Beträge an Kosten verursachen, etwa durch Projektverzögerungen, Ausfälle, Krankheitstage und Fluktuation. Zusätzlich entstehen noch weitere, wenn auch schwer zu beziffernde Kosten, etwa durch Demotivation, „innere Kündigung“, Reibungsverluste durch mangelnde Zusammenarbeit usw.
Das erste Gespräch dient der gegenseitigen Information und dem Ausloten des weiteren Vorgehens und ist kostenfrei. Danach orientiere ich mich an der Gebührenordnung für Anwälte (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz RVG).
Kann man Konflikte präventiv vorbeugen?
Nicht immer – Eskalation schon eher. Wenn Menschen zusammenkommen, entstehen unterschiedliche Interessen, Sichtweisen und Meinungen. Konflikte lassen sich deshalb nicht vollständig vermeiden. Entscheidend ist, wie früh sie erkannt und wie konstruktiv mit ihnen umgegangen wird.
In meinen Workshops zur Konfliktprävention lernen Teilnehmer:innen, Konfliktdynamiken frühzeitig wahrzunehmen und auch in schwierigen Situationen handlungsfähig zu bleiben. Das Eskalationsmodell von Friedrich Glasl hilft dabei, typische Entwicklungen und Eskalationsstufen zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern.
Im Mittelpunkt stehen konkrete und im Arbeitsalltag anwendbare Werkzeuge, wie zum Beispiel eine klare und wertschätzende Sprache, Elemente der Gewaltfreien Kommunikation, aktives Zuhören sowie ein bewusster Umgang mit eigenen Emotionen und Reaktionsmustern.
Ziel ist es, die Teilnehmer:innen darin zu stärken, Konflikte frühzeitig anzusprechen, Missverständnisse zu klären und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln – bevor aus einer Meinungsverschiedenheit ein belastender Konflikt wird.